Die Breitenausbildung bietet praktische Kurse, die Menschen im Alltag mehr Sicherheit vermitteln. Der Schwerpunkt liegt auf Notfallversorgung, Brandschutz, Arbeitsschutz und Selbstschutz mit niedrigschwelligen Formaten für Familien, Nachbarschaften, Vereine, Ehrenamt und berufliche Kontexte. Die Kurse richten sich an Personen ohne Vorkenntnisse, die praktische Fähigkeiten erwerben möchten.
Wissen, das im Alltag hilft
Bildung für alle
Notfälle und unerwartete Situationen können jeden treffen: ein Verkehrsunfall, ein medizinischer Notfall zu Hause, eine Verletzung beim Sport oder ein Kind, das plötzlich Hilfe braucht. Die Angebote der Breitenausbildung vermitteln dafür das nötige Wissen und die praktischen Fähigkeiten, verständlich aufgebaut und in der Regel ohne Vorkenntnisse zugänglich. Im Unterschied zu berufsqualifizierenden Bildungsangeboten richten sie sich an Menschen in unterschiedlichsten Lebenslagen, etwa an Privatpersonen, Ehrenamtliche, Nachbarschaften und Mitarbeitende in Unternehmen.
Dabei geht es um mehr als einzelne Handgriffe. Die Teilnehmenden lernen, Notlagen zu erkennen, Hilfe zu holen, erste Maßnahmen einzuleiten und Verantwortung zu übernehmen. Deshalb stehen realistische Beispiele und praktische Übungen im Mittelpunkt.
Zu den Themen gehören Erste Hilfe, Selbstschutz, Arbeitsschutz und Brandschutz sowie niedrigschwellige Kurse in Pflege, psychologischer Erstbetreuung und Alltagsbegleitung. Die Breitenausbildung greift dabei auf die Erfahrungen der Johanniter in Rettungsdienst, Bevölkerungsschutz, Pflege und sozialem Engagement zurück. Die Schulungen finden vielfach direkt vor Ort statt, digitale und hybride Formate ergänzen das Angebot.
Die Breitenausbildung ist ein zentraler Bestandteil des Johanniter-Bildungswerks. Sie stärkt Menschen dort, wo sie leben, lernen oder sich engagieren. Ob privat, in der Schule oder am Arbeitsplatz: Nur wer vorbereitet ist, kann im Ernstfall reagieren und anderen helfen.
Kurse für alle
Zielgruppen
Die Angebote richten sich an Menschen aus der Bevölkerung, die für sich oder ihr unmittelbares soziales Umfeld praktische Kenntnisse erwerben möchten.
Jugendliche, Schülerinnen, Schüler und Auszubildende
Führerscheinanwärterinnen und Führerscheinanwärter
Eltern, Großeltern, Babysitter und Tagespflegepersonen
Menschen, die im Notfall oder bei Bränden sicherer handeln möchten
Personen, die mehr über Selbstschutz oder Alltagsvorsorge lernen wollen
Viele Angebote sind wohnortnah und lassen sich ohne fachliche Vorkenntnisse nutzen.
Bildungsangebote im Überblick
Sicher handeln, wenn es darauf ankommt
Das Johanniter-Bildungswerk setzt in der Breitenausbildung einen Schwerpunkt auf Erste Hilfe. In den Kursen üben Teilnehmende, im Notfall schnell, ruhig und sicher zu handeln. Dazu gehören das Absichern der Unfallstelle, Atemkontrolle, stabile Seitenlage, Reanimation sowie Blutstillung und Wundversorgung.
Erste Hilfe betrifft alle Alters- und Berufsgruppen. Viele Menschen fürchten, im Notfall falsch zu handeln; ein Kurs nimmt diese Unsicherheit. Die Johanniter setzen auf praxisnahe Lernformate: Wissen wird nicht nur vermittelt, sondern direkt ausprobiert.
Junge Menschen entdecken die Welt voller Neugierde und Tatendrang; dabei passieren gelegentlich Unfälle. Deshalb richtet sich Erste Hilfe am Kind an Eltern und Großeltern, an Babysitter und Tagespflegepersonen sowie an Erziehende und pädagogische Fachkräfte.
Der Kurs zeigt, wie Erwachsene in typischen Notsituationen sicher und korrekt reagieren, vermittelt einfache Maßnahmen zur Unfallvorbeugung und schult die Einschätzung alltäglicher Risiken. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, die Schulung gibt Orientierung und stärkt die Fähigkeit, auch in emotional belastenden Situationen ruhig und strukturiert zu handeln.
Im Arbeitsumfeld muss im Ernstfall schnell und korrekt gehandelt werden können. Die Ausbildung für Brandschutzhelfende vermittelt Mitarbeitenden das nötige Grundwissen zu vorbeugendem und abwehrendem Brandschutz. Teilnehmende lernen, Entstehungsbrände einzuschätzen, geeignete Löschmittel anzuwenden, Evakuierungen zu unterstützen und so zur Sicherheit von Kolleginnen und Kollegen sowie weiteren Personen im Betrieb beizutragen.
Die Maßnahme richtet sich an Beschäftigte, die als Brandschutzhelfende benannt werden sollen, sowie an alle, die ihr Wissen auffrischen möchten. Sie ergänzt die Breitenausbildung um ein zentrales Thema des Arbeitsalltags und befähigt Mitarbeitende, Risiken früher zu erkennen, im Brandfall ruhig zu handeln und betriebliche Abläufe verlässlich zu unterstützen.
Typische Inhalte der Brandschutzhelfenden-Ausbildung sind:
Grundzüge des Brandschutzes
betriebliche Brandschutzorganisation
Aufgaben und Besonderheiten bei einer Evakuierung
Gefahren durch Brände und richtiges Verhalten im Brandfall
Funktion, Wirkung und Handhabung von Feuerlöscheinrichtungen
praktische Übungen mit Feuerlöscheinrichtungen oder Simulationsgeräten
Die Ausbildung ist in der Regel kompakt aufgebaut und verbindet theoretische Grundlagen mit praktischen Übungen. So entsteht Handlungssicherheit in Situationen, in denen jede Minute zählt. Je nach betrieblichem Bedarf kann das Angebot auch mit Themen rund um Evakuierungshelfende kombiniert werden.
Für Unternehmen, die Brandschutzhelfende an mehreren Standorten ausbilden möchten, ist Bildung & Business der passende Ansprechpartner. Dabei werden betriebliche Bedarfe zentral erfasst und in Abstimmung mit dem Johanniter‑Bildungswerk passgenaue Lösungen entwickelt.
Breitenausbildung stärkt auch die Jüngsten: Kinder und Jugendliche übernehmen früh Verantwortung und lernen, aufmerksam und hilfsbereit zu handeln.
Für Kita, Grundschule, Hort und andere Gruppen gibt es das Angebot Ersthelfer von morgen. Begleitet von den Figuren Jona und Joni entdecken Kinder spielerisch das ABC der Ersten Hilfe: wie man den Rettungsdienst alarmiert, warum die stabile Seitenlage wichtig ist und wie man kleinere Verletzungen versorgt. Das Programm fördert dabei auch Hilfsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und Empathievermögen.
Für Schülerinnen, Schüler und Auszubildende führen Angebote wie Vom Herzensretter zum Lebensretter stufenweise an Wiederbelebung, Notruf und Erste Hilfe heran, mit klarer Orientierung: prüfen, Notruf absetzen, helfen. Der Schulsanitätsdienst bietet dazu einen eigenen Lern- und Erfahrungsraum: Jugendliche lernen, Situationen einzuschätzen, Entscheidungen zu treffen, Verletzte zu versorgen und Verantwortung in Schule, bei Veranstaltungen und in Gruppen zu übernehmen.
Breitenausbildung umfasst mehr als klassische Erste Hilfe: Selbstschutz bereitet auf außergewöhnliche Situationen vor und schärft die Risikoeinschätzung, arbeitsschutznahe Maßnahmen erhöhen die Sicherheit am Arbeitsplatz, und niedrigschwellige Pflege- und Betreuungsangebote erleichtern die Begleitung von Angehörigen, Nachbarn oder anderen nahestehenden Personen im Alltag. Ergänzt wird das Portfolio durch psychologische Erstbetreuung für Menschen in konkreten Lebenssituationen.
Unsere Breitenausbildung vermittelt Handlungssicherheit in unterschiedlichsten Lebenslagen.
Lernformate und Qualität
Vor Ort oder Digital
Viele Angebote der Breitenausbildung führen die Regionalverbände vor Ort in Präsenz durch. Das ist bei Erste-Hilfe-Kursen für den Führerschein und bei betrieblichen Erste-Hilfe-Maßnahmen sogar Voraussetzung für die Anerkennung.
Digitale Lernformate ergänzen die Präsenzkurse und eignen sich zum Auffrischen, Vertiefen und ortsunabhängigen Wiederholen, praktische Übungen und persönliche Betreuung bleiben dabei erhalten.
Entscheidend für die Qualität sind unsere Ausbilderinnen und Ausbilder vor Ort. Sie passen Inhalte und Praxisbeispiele an die jeweilige Gruppe an, denn Führerscheinanwärterinnen und -anwärter brauchen andere Beispiele als Eltern oder Firmengruppen.
Welches Angebot passt zu mir?
Breitenausbildung bei den Johannitern
Welche Ausbildung am besten passt, hängt vom jeweiligen Bedarf ab. Die nachfolgenden Szenarien bieten Orientierung und ordnen unterschiedlichen Anforderungen das passende Kursangebot der Johanniter zu.
Ich brauche einen Kurs für den Führerschein.
Angehende Autofahrer wählen den klassischen Erste-Hilfe-Grundkurs als passenden Einstieg.
Breitenausbildung bezeichnet Bildungsangebote, die vielen Menschen offenstehen und praktische Handlungssicherheit vermitteln. Dazu gehören zum Beispiel Erste Hilfe, Selbstschutz und Arbeitsschutz sowie leicht zugängliche Angebote für Alltag, Familie, Ehrenamt oder Beruf. Ziel ist es, Wissen verständlich und praxisnah zu vermitteln und den Zugang dazu möglichst einfach zu gestalten.
Gemeint ist ein Bildungsverständnis, das möglichst vielen Menschen wichtiges Wissen zugänglich macht. Die Angebote sollen verständlich, alltagsnah und ohne Vorkenntnisse nutzbar sein. So können Menschen unabhängig von Beruf, Alter oder Vorerfahrung lernen, sicherer zu handeln und anderen zu helfen. Deshalb sind die Bildungsangebote in der Regel ohne oder mit nur wenigen Zugangshürden verbunden.
Zur Breitenausbildung zählen klassische Erste Hilfe-Kurse und Erste Hilfe am Kind ebenso wie betriebliche Erste Hilfe. Hinzu kommen Angebote für Kinder und Jugendliche, Selbstschutz und Schulungen im Bereich Arbeitsschutz. Ergänzt wird das Spektrum durch digitale Lernformate und weitere niedrigschwellige Bildungsangebote, beispielsweise zu Pflege, psychologischer Erstbetreuung und Alltagsbegleitung.
Wer Erste Hilfe-Kurse leiten möchte, benötigt eine fachliche und pädagogische Qualifikation. Nach erfolgreicher Ausbildung können Erste-Hilfe-Trainerinnen und -Trainer entsprechende Kurse durchführen. Damit die Qualifikation erhalten bleibt, ist alle drei Jahre eine fachliche und pädagogische Fortbildung erforderlich.
Die Grundausbildung und Fortbildung für betriebliche Ersthelfende umfasst in der Regel neun Unterrichtseinheiten à 45 Minuten und findet an einem Tag statt. Sie vermittelt die wichtigsten Grundlagen der Ersten Hilfe. Nach den Vorgaben der Berufsgenossenschaften ist eine Fortbildung alle zwei Jahre erforderlich. Welche Anforderungen dabei gelten, richtet sich nach den jeweils geltenden Regelungen und dem betrieblichen Kontext.